Klimatischer Kurzüberblick: Australien
Der Norden Australiens wird aufgrund seiner Breitenlage (etwa 10 bis 20° südliche Breite)
vor allem im Sommer von tropisch warmen und feuchten Klima gekennzeichnet.
Die Sommermonate im Norden
Im australischen Sommer (also in den Monaten von Dezember bis Februar) verläuft die
innertropische Konvergenzzone (ITCZ)
etwa entlang einer Linie Darwin - Gove - Kap Greenville
im äußersten Norden des Kontinents. Innerhalb dieser Zone konvergieren
die stark mit Feuchtigkeit angereicherten Passatwinde, wobei insbesondere
der Südostpassat für die zu dieser Jahreszeit intensiven Schauer-
und Gewitterniederschläge
verantwortlich ist.
An der Nordostspitze Australiens
nördlich von Cairns verläuft dabei die Küstenlinie fast in Nord-Süd-Richtung,
so daß die Feuchte nahezu im rechten Winkel auf das Festland advehiert wird.
Hinzu kommt, daß der ebenfalls in Nord-Süd-Richtung verlaufende Höhenzug
der Great Dividing Range
die ohnehin aufgrund der Konvergenzen vorhandenen
Auftriebstendenz der Luftmassen
noch zusätzlich unterstützt. Es kommt daher im Luv der nördlichen Ausläufer der Great
Dividing Range zu Jahresniederschlagssummen von mehr als 2500 Litern pro Quadratmeter.
So findet auf der Halbinsel Kap York ein etwa 170000 Quadratkilometer großes
Regenwaldgebiet, welches von großem Artenreichtum gekennzeichnet wird.
Im Sommer bietet die Stadt
Darwin an der
Nordspitze Australiens tagtäglich gegen Abend
sehr blitzreiche, eindrucksvolle Gewitter. Wer
Gewitter liebt, der sollte unbedingt
einmal im Januar nach Darwin reisen. Lediglich in starken
El Nino-Jahren findet dieses Naturschauspiel
nur in sehr abgeschwächter Form statt, ebenso wie die vor allem die Ostküste bedrohenden
tropischen Wirbelstürme (Willy Willies). Diese erreichen
in Nicht-El-Nino Jahren immer wieder einmal
die Pazifikküste von Queensland.
Die Wintermonate
Im Winter, also in den Monaten von Juni bis August, ist es zwar auch recht warm, aber die
Konvektion wird aufgrund der nördlichen
Lage der ITCZ und des hohen Luftdruckes über dem
kontinentalen Festland stark unterdrückt.
Zu dieser Jahreszeit fällt auch in Darwin kaum einmal Regen.
Fotos (© Axel Hennig): Links
durch semi-arides Klima geprägte
Landschaft in Westaustralien (hier der Karijini Nationalpark nahe Port Hedland),
rechts die typische dichte Vegetation des feucht-humiden Subtropenklimas im Nordosten Australiens
Die Mitte und der Süden
Die Mitte und der Süden Australiens werden ganzjährig aufgrund der
geographischen Breitenlage zwischen 20° und 40° Süd durch eine große Trockenheit
gekenzeichnet. Einerseits spielen hier die subtropischen
Hochdruckgebiete
und deren Beständigkeit eine Rolle, andererseits wirkt sich aber auch der in
Nord-Süd-Richtung verlaufende und vor allem im Süden Australiens markante Höhenzug
der Great Dividing Range (bis 3200 Meter hoch) als eine
Wetterscheide aus. So fällt
entlang der gesamten Ostküste vor allem im Sommer noch verhältnismäßig viel
Niederschlag
(mehr als 1000 Liter Quadratmeter).
Westlich der Great Dividing Range im
Lee des Gebirgszuges fallen hingegen deutlich
geringere Jahresniederschlagssummen (300 bis 500 Liter pro Quadratmeter). Die
Niederschläge fallen dabei vor allem im Sommer in Verbindung mit lokalen Gewittern
aufgrund der hohen Erwärmung (mehr als 33°C max. Tagestemperatur im Mittel).
Im Winter sind im Süden Australiens zeitweilige Niederschläge von Bedeutung, die im Zusammenhang mit
Frontensystemen der mittleren Breiten stehen.
Diese Fronten erreichen dabei gelegentlich die
südlichen Gebiete Australiens.

Foto: Australien, Skyline von Perth bei Nacht
Die westliche Südküste in der Gegend um Esperance ist der im Sommer tagtäglich zu beobachtende
Wechsel zwischen
Land- und Seewind, der die Temperatur am frühen Nachmittag bei Erreichen
des Sonnenhöchststandes sogar um einige Grade absinken läßt. Diese kühlenden mittäglichen
Seewinde werden in Südaustralien "Doctor Breezes" genannt. Ansonsten machen sich an der
Südküste Australiens im Winter gelegentliche Vorstöße arktischer Polarluft bemerkbar.
In Verbindung mit diesen Kaltluftvorstößen können dann die Temperaturen gelegentlich
die Nullgradgrenze erreichen, obwohl die Meerestemperaturen mit rund 12°C auch zu dieser Jahreszeit
mild sind.
Klima-Reisetipp
Der Norden Australiens weist im Sommer (d.h. in den Monaten von Dezember bis Februar)
ergiebige tropische Schauer- und Gewitterniederschläge auf. In diesem Zeitraum empfiehlt
sich dort Sightseeing nur eingeschränkt. Lediglich die eindrucksvollen
Gewitter bieten Wetterinteressierten ein sommerliches
Naturschauspiel der besonderen Art. Im Winter ist es hingegen auch im Norden Australiens recht trocken. Dies ist hier die
allgemein zu empfehlende Reisezeit.
Im übrigen Australien kann man, abgesehen von der im Sommer doch recht großen Hitze auf dem
Kontinent (zwischen 30 und 40°C), ganzjährig Sightseeing-Touren unternehmen.
Niederschläge treten nur lokal auf und sind nur von kurzer Dauer. Im Winter
machen sich an der Südküste Australiens einzelne Vorstöße arktischer Kaltluft in sehr kühlen
Temperaturen (nur wenige Grade über Null) bisweilen unangenehm bemerkbar.
Übrigens: Wer sich weitergehend über Australien informieren möchte, dem sei die Homepage von Bernd Schoregge,
http://www.australien-bilder.de/ empfohlen.
Klimadigramme für über 100 Orte in Australien
Gehe zum Anfang der Seite
oder zu zurück zur Introseite
|